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      Malatesta & Montefeltro

      Die Malatesta

      Die Malatesta stammen aus dem Marecchia-Tal. Zum ersten Mal werden sie im 12. Jh. in Dokumenten zum Grundbesitz in der südlichen Romagna erwähnt, in denen sich ein angespanntes Verhältnis zur Gemeinde Rimini abzeichnet.

      Ihnen gehörten so viele Besitzungen, dass sie die Straßen des Hinterlands von Rimini kontrollieren konnten. Ihre Hochburgen waren Pennabilli und Verucchio, die beide für sich beanspruchen, die Wiege der Malatesta gewesen zu sein.

      Eine wichtige Rolle spielte die weit zurückreichende Verwandtschaft mit der berühmtesten und mächtigsten Adelsfamilie der Gegend, den Carpegna.

      Da sie die Kontrolle über das Territorium, die Verkehrswege und über die Landwirtschaft und den Handel hatten, konnten sie zunehmend Druck auf Rimini ausüben. Es kam zum Krieg, der 1197 mit einem Reparationsvertrag beendet wurde. Die Gemeinde Rimini machte sich die Interessen der Malatesta zueigen, ernannte sie zu Bürgern, überließ ihnen einen Sitz im Stadtrat (1206) und forderte sie auf, sich dauerhaft innerhalb der Stadtmauern niederzulassen.

      1239 wurde Malatesta dalla Penna (Malatesta I. Malatesta), der schon 1223 Podestà (Stadtvogt) von Pistoia gewesen war, Podestà von Rimini und hatte dieses höchste Amt der Stadt bis 1247 inne.

      Sehr bekannt ist auch Malatesta da Verucchio, „der Hundertjährige“, der 1212 in Verucchio geboren wurde und 1312 in Rimini starb. Wegen seines hohen Alters wurde er auch Mastin Vecchio, alter Bluthund, genannt, wie Dante in seiner Göttlichen Komödie anmerkt (Hölle XXVII, 46-48). Er war der Vater weiterer Figuren von Dante, nämlich von Paolo und Gianciotto, dem missgestalteten Ehemann von Francesca da Rimini, der sie und den Bruder ermordete.

      Nun stand der absoluten Herrschaft der Malatesta über die Stadt nichts mehr im Wege. Im Lauf weniger Jahrzehnte nahm die Familie alle bürgerlichen und religiösen Ämter ein und entmachtete die Organe der Stadt. Durch Kriege, eine schlaue Heiratspolitik und Absprachen verfügten sie über großen Reichtum und wichtige Bündnispartner, doch fehlte ihnen der Adelstitel.

      Deshalb suchten sie sich Stammväter aus uralten Zeiten: Noah, Tarkon, ein trojanischer Held und Cousin von Hektor, und Äneas, oder auch Otto III., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Und der berühmteste Malatesta, Sigismondo Pandolfo, berief sich besonders gern auf den Afrikaner Scipio.

      Sigismondo und sein Rimini

      1432 wurde Sigismondo Pandolfo Malatesta im Alter von 15 Jahren Signore von Rimini und Fano.

      Viele Jahre lang führte er Feldzüge in ganz Italien und kam so zu Ruhm und Reichtümern, die er dazu verwendete, seine Stadt und seinen Hof so zu gestalten, wie es der Würde einer der großen Signorie der damaligen Zeit entsprach. Rimini hat es ihm zu verdanken, dass es voller Stolz das erste Bauwerk der Renaissance sein eigen nennen darf, nämlich den Tempio Malatestiano (Malatesta-Tempel), der von Leon Battista Alberti entworfen und mit Fresken von Piero della Francesca ausgeschmückt wurde. Er ist das Mausoleum von Sigismondo und seiner Gemahlin Isotta degli Atti, aber auch von Georgios Gemistos Plethon, einem der Philosophen, mit denen sich der Herr am Hof umgab. Dass Sigismondo stets kampfeslustig war, hat sicher zu seiner Verherrlichung beigetragen, führte letztlich aber zu seinem Untergang.

      Die komplizierte politische Situation in Italien besiegelte dann das Schicksal des gerade erst Vierzigjährigen. Er vernachlässigte seine Pflichten, legte sich mit dem Papst an, dessen Politik er ablehnte, und besetzte Territorien im Machtbereich der Montefeltro, die getreue Anhänger der Kirchenpolitik waren. So verlor er schließlich alles außer der Stadt, die Symbol seiner Macht war. Dagegen konnte sich Federico alles, was ihm gehörte, zurückholen und seine Besitzungen im Gebiet der Malatesta-Kastelle erweitern.

      Sigismondo, der schon mit dreizehn ein Heer angeführt hatte, starb im Alter von nur 51 Jahren, nachdem er in seinen letzten Jahren den Fortgang der Arbeiten an seinem “Tempel“ betreut hatte.

      Wie Urbino war auch Rimini eine Hochburg der Renaissance, in der sich große Künstler, Dichter und Humanisten aufhielten.

      Nach seinem Tod verlor die Stadt an Bedeutung, während andere Kulturzentren auch in späteren Jahrhunderten weiter eine wichtige Rolle spielten.  

      (genommen von Malatesta & Montefeltro, auf Entdeckungsreise in den Hügeln der Provinz Rimini, Auflage Assessorat für Tourismus Provinz Rimini)

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      Letzte Aktualisierung: 10/02/2016